Sony Xperia Ray Android 4.0 Ice Cream Sandwich – Ein Review

Das Sony Ericsson Xperia Ray noch mit dem alten Gingerbread (Quelle: Wikipedia.org)

Sony hatte fürs Sony Xperia Ray Android 4.0, also das Update auf Ice Cream Sandwich (ICS) versprochen: Große Worte – und nun vor kurzem – wenn auch nach längerer Verzögerung – eingehalten. Obwohl ich die Ankündigungen einigermaßen verfolgt habe (schließlich war auf der Packung schon ein Android 4.0 Sticker), ereilte mich das Update einigermaßen überraschend, indem ich mein Telefon per USB an den Laptop steckte (was ich eher selten mache) und mich Sonys eigene Software PC Companion informierte, dass ein Update verfügbar wäre.
Das ist schon die erste Krux an der Sache, denn ohne diese Software lässt sich das Update gar nicht erst beziehen.
Nun ja, diese Hürde hatte ich ja bereits genommen, allerding war sich Sony seiner Sache wohl gar nicht so sicher, ob das mit dem Update wirklich so eine gute Idee war. Man muss mehrere Warnmeldungen über sich ergehen lassen, so dass ich schon fast geneigt war das „Risiko“ nicht einzugehen.
Da das Update jetzt auch schon eine Weile her ist, werde ich nicht einen direkten Vergleich vorher-nachher schreiben, sondern nur noch meine Erfahrungen mit ICS beschreiben.

Performance 2/5

Naja. Grundsätzlich bin ich eher enttäuscht von der Performance, aber das war eigentlich von Anfang an so. Ein Android-Telefon kann sich wohl einfach nicht so flüssig anfühlen, wie ein iOS oder auch Windows 7 Phone.
Ruckler auf Websiten und in längeren Listen (auch Kontakte) sind eher die Regel als die Ausnahme. Auch das starten von Apps kann durchaus mal etwas länger dauern. Besonders ärgerlich: Wenn ich komplexere Apps wieder schließe (etwa ein Spiel), muss offenbar auch der Homescreen wieder neu geladen werden. Das kann dazu führen, dass das Ray für einige Sekunden gar nicht anspricht. Richtig ärgerlich bei eingehenden Anrufen. Selbst das switchen zwischen den einzelnen Homescreens und der App-Liste funktioniert nicht immer reibungslos. Am nervigsten ist aber die Kamera App. Schnappschüsse verbieten sich wegen sekundenlangem Laden. Hat man es endlich in die App geschafft, dauert das Auslösen viel zu lange (und ist wegen dem fehlenden nativen Knopf umständlich).
Ich muss aber auch sagen: Gemecker auf hohem Niveau. Die meiste Zeit ist die Performance anständig, auch größere Websiten werden komplett geladen, auch das scrollen durch und zoomen in Bilder funktioniert im Wesentlichen gut.
„Unterm Strich bleibt trotzdem eine schlechte Wertung von 2 Punkten. Hauptgrund ist einfach, dass ich immer latent das Gefühl habe, die Software ist nicht gut angepasst, sondern wird einfach durch Rechenpower irgendwie am halbswegs flüssigen Laufen gehalten.

Stabilität 3/5

Ebenfalls naja. Abstürze kommen nicht häufig vor, aber auszuschließen sind sie nicht. Gelegentlich schaltet sich das Xperia Ray auch einfach komplett aus und muss neu gestartet werden. Gerade bei größeren Apps geht nicht nur die Performance in die Knie, sondern auch die Stabilität leider merklich. Stürzt eine App ab, lande ich meistens ohne Warnung auf dem Homescreen. (Die einzige „Warnung“ wenn man so will, ist dass keine Eingaben mehr funktionieren.)

Android Ice Cream Sandwich

Sony bringt mit dem Rollout im April 2012 Android 4.0 Ice Cream Sandwich auch auf das Sony Ericsson Xperia Ray

Im großen und ganzen ein ähnliches Gefühl beim Bedienen, wie bei einem Windows 98. Man erwartet nicht ständig abstürze, ist aber auch nicht wirklich überrascht, wenn welche vorkommen.
Software/Apps 1/5:
Furchtbar. Was soll das Sony? Ich brauche keinen Live-Ware-Manager. Ich brauche keine Track ID, keine sieben verschiedenen Apps für unterschiedlichste Sony Stores (Music amp; Videos, Games amp; apps) 3D-Album app, News and Weather app, Office Suite (besonders schlimm), Play Now, Setup App. Warum kann ich den Quatsch nicht einfach deinstallieren. Ich bin sicher, dass würde die Performance verbessern und der Stabilität kaum schaden. Stattdessen schleppe ich einen Wust an Daten mit mir rum, die den Speicher nicht so zumüllen, dass Updates mit der Meldung „Insufficent Storage Available“ abgewiesen werden.
Es bleibt: Mehr als 10 apps kann man auf dem Telefon faktisch nicht installieren, weil der Speicher so klein bemessen ist, dass er alleine durch Updates und unnötige vorinstallierte Software praktisch immer am Limit ist.

Design/Benutzerfreundlichkeit 4/5

Im Großen und Ganzen echt gut. Die 5 Homescreens sind frei konfigurierbar, sowohl Apps als auch Verknüpfungen können überall abgelegt werden. Selbst die untere Leiste kann völlig editiert werden, Ordner können angelegt werden. Auch die große Anzahl von Widgets, die auf einen Blick Infos liefern gefällt. Besonders gut, ist die Funktion die Schriftgröße zu verändern. Sonst ist die Lesbarkeit doch eher eingeschränkt.
Einen Abzug gibt es für die Tastatureingabe, die gelgentlich ein wenig hinterherhinkt. Superschnellschreiber werden nicht glücklich.

Akku 4/5

Ich habe keinen Unterschied zu Gingerbread feststellen können. Das heißt nicht, dass ich mit der Akkulaufzeit zufrieden bin, nur dass es nicht schlechter geworden ist, wie vorher oft befürchtet wurde. Noch schöner wäre natürlich eine (deutlich) längere Laufzeit gewesen.

Sony Xperia Ray mit Android 4.0: Das Fazit:

So richtig zufrieden bin ich nicht. Vor allem der durch vorinstallierte Software mickrige Speicherplatz nervt nach einiger Zeit ziemlich. Wenn ich eine neue App ausprobieren will, muss ich oft vorher entscheiden, welche andere ich entferne. In Zeiten von Spottbilligem Flashspeicher sollte so was bei einem Mid-Range Telefon keine Probleme mehr machen.
Über die gelegentlichen Abstürze und Performanceprobleme kann ich gut hinwegsehen, meistens habe ich ja die Zeit 2 Sekunden auf eine komplette Kontaktliste zu warten (und mehr macht das ja wirklich nicht aus.)
Nichtsdestotrotz: Gelegentlich schiele ich schon neidisch auf ein Windows Phone, bei dem sich alles einfach flüssiger bedienen lässt. Das liegt aber mehr an meiner generellen Abneigung gegen Android, als an dem Sony-Update. Trotzdem für alle mit Sony Xperia Ray: Android 4.0 Ice Cream Sandwich lohnt sich. Wer kann, sollte sich das Update ziehen, schicker siehts auf jeden Fall aus und eine Verschlechterung zu GS ist es auch nicht.

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